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Während unser Land Rover - im 20fuss-Container von Buenos Aires nach Fremantle/Perth auf See (43 Tage) war - nutzten wir unzählige Informationsquellen um die Abläufe für die Einfuhr und die Zulassung des Fahrzeuges genau zu klären. Nachfolgend unser bewährtes Vorgehen für den Bestimmungsort Fremantle/Perth.

Vor der Verschiffung  

Carnet de Passage (CPD)
- CPD für die Einfuhr obligatorisch. Siehe Zollbestimmungen, Section 162 A!
- Antrag und Hinterlegung Kaution bei z.B TCS Schweiz. Siehe Zolldokumente!

Australian Quarantine and Inspection Service (AQIS)
Informationsblatt betr. der Quarantäne-Anforderungen/Sauberkeit bei der Einfuhr eines Motorfahrzeuges.

Vor Ankunft am Bestimmungsort  

Hafen-Agent in Fremantle/Perth
Wir haben zwei Agenturen angeschrieben und von beiden Firmen innert 1 - 4 Tagen eine Offerte und Detailinfos erhalten. Wir haben uns für INDIAN OCEAN SHIPPING AGENCIES, Mr. Craig Rowan ops@indianoceansa.com.au, entschieden und können den Service bestens weiter empfehlen!

Folgende Unterlagen wurden von Craig vorgängig eingefordert:
- 2. Original der Bill of Lading (Frachtpapier im Original)
- Kopie des CPD
- Schriftliches (Grob-)Inventar der im Wagen mitgeführten Waren (Word-Dok)
- Das von ihm zugestellte Zoll-Formular B534 ergänzt/unterzeichnet (Fax)
- Pass-Kopie des Fahrzeug-Inhabers

Nach Erhalt der Unterlagen hat Craig auf der Basis der erwarteten Ankunft des Containers folgende Termine vorreserviert:
- Überführung des Containers vom Hafen ins Zoll-/Quarantäne-Depot
- Öffnung des Containers und Inspektion durch die AQIS

Info: Unser Container ist pünktlich eingetroffen. Da der Hafen/die Beamten jedoch überlastet waren, erhielten wir den Inspektions-Termin erst eine Woche nach Ankunft! In diesem Wissen konnten wir unsere Anreise nach Australien/Fremantle entsprechend festlegen.
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Haftpflicht-Versicherung
Das Fahrzeug muss in dem Staat (für uns West Australien) wo es eingeführt wird registriert/lizenziert werden. Diese staatliche Registrierung (siehe nachfolgend!) beinhaltet die obligatorische Haftpflicht-Versicherung - jedoch nur für Personenschäden (third party bodily damage liability)!
Wir haben uns zusätzlich für eine freiwillige Haftpflicht-Versicherung entschieden die in Ergänzung zur staatlichen Grundversicherung auch für Sachschäden (third party property damage liability) aufkommt.

Da wir es auf dem Korrespondenzweg, für ein "left hand drive" Fahrzeug, nicht geschafft haben eine Versicherung abzuschliessen - selbst bei Gesellschaften die uns von anderen Reisenden genannt wurden wollten sie nichts von einer solchen Versicherung wissen - haben wir die Lösung über die Mitgliedschaft beim Campervan and Motorhome Club Australia (CMCA) gefunden!

Dieser Club bietet seinen Mitgliedern eine baukastenmässig aufgebaute Versicherungslösung an - vermittelt durch Ken Tame Assoc. Pty. Ltd., P.O Box 2390, Kew VIC 3101 und gedeckt durch (underwritten by) Lumely Insurance Australia. Wir erhielten nach der Offertanfrage (Angeben: CMCA-Mitgl.-Nr./Fz-Marke, Fz-Model, Fz-Typ (z.B. Campervan), Fz-Wert (gem. CPD), Fz-Jahrgang, Versich.-Bonus im Heimatland) innert zwei Tagen eine vollständige Preis- und Leistungs-Übersicht.

- Online Anmeldung und Bezahlung der CMCA-Mitgliedschaft (AU$ 75.--)
- Vermerk auf dem Formular, dass Mitglied-Nr. sofort per eMail mitgeteilt wird!
- eMail/Offertanfrage an Broker Ken Tame unter Bezug auf die Mitglied-Nr. CMCA


Uns wurde offeriert:
Grundprämie (Fahrzeug-Wert AU$ 10'000.-)
Laufzeit 6 Mt./12 Mt. = AU$ 189.-/378.- für folgende Leistungen:

- Haftpflicht Sachschäden AU$ 20'000'000.- (third party property damage liab.)
(inkl. Deckung einer allfälligen Lücke aus der staatlichen Versicherung!)
- 24-Std. Abschleppdienst bei Unfall und Pannen
- Abschlepp- und Einstellkosten nach einem Unfall
- Abschleppkosten nach einer Panne
- Notfall-Reparaturkosten bis AU$ 500.-
- Miete Ersatzfahrzeug infolge starker Beschädigung des eigenen Fahrzeugs
- Kosten für Unterkunft während das Fahrzeug repariert wird od. Totalverlust
- Repatrierung infolge Krankheit/Unfall zum nächsten intern. Flughafen
- Repatrierung Fahrzeug zum nächsten Hafen bei med. Notfall des Halters

Gegen einen Aufpreis von AU$ 100.- bis 400.- können auf Wunsch zusätzliche Risiken wie Diebstahl, Beschädigung, Glasbruch und auch mitgeführte Wertsachen/Einrichtungen in die Police aufgenommen werden.
 

Nach unserer Offertannahme erhielten wir, für die Zeit bis die Anmeldefor-malitäten erledigt waren, umgehend eine 1-monatige Deckungsbestätigung.

Fogende Unterlagen mussten von uns noch nachgereicht werden:
- Das uns zugestellte Antragsformular
- Bonus-Bestätigung der Versicherung im Heimatland
- Fahrzeugbewertung (Eurotax online-Bewertung aus dem Internet reicht!)
- Fotos Fahrzeug von beiden Seiten (2 Stck.) plus Innenaufnahmen (2 Stck.)

Nach Ankunft am Bestimmungsort  

Bezahlung Versicherung / Police
Nach Ankunft in Australien teilten wir dem Broker Ken Tame telefonisch unsere Kreditkarten-Nr. mit. Nach Belastung der Zahlung wurde uns die Police sofort per eMail zugestellt.

Übergabe Original CPD
Persönlicher Besuch auf dem Büro von INDIAN OCEAN SHIPPING AGENCIES (10 Min. Gratis-Busfahrt vom Stadtzentrum Fremantle) und Übergabe des Dokuments.
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Quarantäne- (AQIS) und Zoll-Kontrolle
Die Fahrzeug-Inspektion fand, termingerecht und wie vom Agenten INDIAN OCEAN SHIPPING AGENCIES arrangiert, im Zoll-Depot nahe dem Hafengelände statt. Obwohl unserem Fahrzeug und den mitgeführten Güter einen äusserst sauberen Zustand attestiert wurde, mussten die Haupt-Chassisträger nochmals durchgespült werden. Es gibt wohl kein Fahrzeug, das ohne Beanstandungen die Kontrolle passiert. Die wohl eher vorsorgliche Massnahme hat Mehrkosten (AU$ 250.-) für das Waschen und die Nachinspektion verursacht.

Eine Zoll-Inspektion fand nicht statt, der eingereichte Fragebogen und das Inventar (siehe Rubrik Hafen-Agent) hat gereicht. Das CPD wurde ordnungsgemäss abgestempelt.
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Registrierung / Lizenzierung
Sämtliche Informationen dazu auf der Web-Seite des"Department of Transport" von West Australien.

Das Fahrzeug muss vor der Registrierung einen technischen Test bestehen. Dieser beschränkt sich jedoch nur auf die elementarsten Dinge wie Licht, Bereifung, Ölverlust, und Bremsen. Es werden nur Sichtkontrollen durchgeführt - keine Prüfstände! Die auf der Web-Seite publizierten Anforderungen sind überzogen. So wurden bei uns zwei Stein-Einschläge auf der mit Folie abgedunkelten Frontscheibe (beides eigentlich nicht zulässig) nicht beanstandet.

Im Grossraum Fremantle/Perth gibt es fünf Kontroll-Center. Zwei davon arbeiten auf der Basis "first come, first serve". Diese führen den Test für importierte Fahrzeuge NICHT aus. Die übrigen drei Center sind dazu in der Lage, dazu ist jedoch eine vorgängige Terminvereinbarung nötig. Wir waren im Center Kelmscott, ca. 15 km vom Zentrum Fremantle.
ACHTUNG: Nach Freigabe des Fahrzeuges durch AQIS und Zoll darf nur mit einer temporären Fahrbewilligung gefahren werden. Diese ist bloss 48 Stunden gültig und darf nur für Fahrten vom Hafen zum Kontroll-Center/Reparatur-Werkstätte und zurück an den "Wohnort" in Anspruch genommen werden!

Die Terminvereinbarung für den Fahrzeug-Test (AU$ 85.-) und der Antrag für die temporäre Fahrbewillung (AU$ 20.-) kann telefonisch erledigt und gleich mit Kreditkarte bezahlt werden. Telefon-Nr. siehe Web-Seite Department of Transport (unbedingt vor neun Uhr anrufen - sonst unendliche Zeit in der Warteschlaufe!).

Nach erfolgter Kontrolle wird das Fahrzeug - für die restliche Laufzeit des CPD - registriert. Die Lizenz hat uns für 10 Mt. und 17 Tage Restlaufzeit rund AU$ 240.- gekostet was weitgehend der Prämie für die obligatorische Haftpflicht-Versicherung (nur Personenschäden!) entspricht.
Die Bestätigung in Briefform muss bei allfälligen Polizeikontrollen vorgewiesen werden und ist in allen Staaten von Australien gültig.

Schluss-Bemerkung  

Sauberkeit des Fahrzeuges

"Clean as new" - so die Anforderung der AQIS punkto Sauberkeit von einzuführenden Fahrzeugen. Dass die Behörde (in Perth) die Sache ernst nimmt - zeigt unser Beispiel. Obwohl unserem Fahrzeug und der mitgeführten Waren einen äusserst sauberen Zustand attestiert wurde, liess sich ein nochmaliges Durchspülen der Hauptchassisträger nicht verhindern - was rund zwei Tage in Anspruch nahm und zusätzliche Kosten von AU$ 250.- verursachte. Diese wohl eher vorsorgliche Massnahme zeigt, dass es wohl kein Fahrzeugimport ohne Beanstandung geben kann!

Vor dem Verladen haben wir unseren Land Rover sehr gründlich gereinigt - will heissen, dass wir sämtliche Erdklumpen aus jedem nur erdenklichen Winkel des Chassis ausgekrazt haben, den Motor und das Chassis herunter waschen liessen, den Unterboden und das Fahrgestell mit diesel-getränkten Putzfäden abgerieben und im Innenraum jeglichen Dreck/Sand/Staub entfernt haben. Die Kunststoff- und Gummiteile wurden mit viel Silikon-Spray behandelt um so Restschmutz zu kaschieren. Auch der mitgeführten Ware (Schuhe, Camping-Stühle und -Tisch, Zelt, usw.) haben wir gute Aufmerksamkeit geschenkt.

Fazit: Eine gründliche Reinigung ist unabdingbar - Nachreinigungen und Nachkontrollen kosten sehr schnell sehr viel Geld und der Faktor Zeit - die Beamtenmühlen mahlen eher langsam in Australien - ist nicht zu unterschätzen. So hat uns die Erfahrung eines Overlanders aus England - der sein Fahrzeug aus Europa verschifft hat - nicht überrascht, dass er für mehrmaliges Nachbessern volle 11 Tage benötigte bis der Zustand seines Fahrzeuges von der AQIS akzeptiert wurde.
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Kosten der Einfuhr

Die Einfuhrkosten im 20fuss Container sind in Perth/Australien und im Vergleich zu anderen Destinationen extrem teuer!
Für unsere "Fracht" haben wir rund AU$ 2'100.- investieren müssen. Der erwähnte Betrag beinhaltet: Hafengebühren, Transport ins AQIS-/Zoll-Depot, Hubstapler-Gebühr, Container-Öffnung und -Rückführung, AQIS- und Zoll-Inspektion, AQIS- und Zoll-Gebühren, Fahrzeug-Nachwäsche, AQIS-Nachkontrolle, Honorar der Agentur (bloss AU$ 250.- pauschal).

Fazit: Zuviele Kosten laufen auf, die einfach nicht verhindert (z.B. Transport ins Depot, Inspektionen, usw.) oder optimiert werden können. Die Einfuhr des eigenen Fahrzeuges lohnt sich wohl eher nur für Langzeitreisende die Wert auf ihr eigenes Fahrzeug legen oder Reisende wie wir - die auf dem "Heimweg" in Australien vorbeikommen!
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